kernig


kernig
Kern:
Mhd. kerne, ahd. kerno und die nord. Sippe von schwed. kärna gehen auf germ. *kernan- »Kern« zurück, das im Ablaut zu dem unter 1 Korn dargestellten gemeingerm. Substantiv steht. Beide Bildungen gehören mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen zu der Wurzel *g̑er- »reif, alt, morsch werden«, vgl. z. B. lat. granum »Korn, Kern« (s. die umfangreiche Fremdwörtergruppe von Granit) und die baltoslaw. Sippe von russ. zerno »Korn«. Die Begriffsbildung geht aber wohl nicht von der Vorstellung der Reife aus, sondern von einer älteren Bedeutung der Wurzel *g̑er-, nämlich »reiben«, intrans. »‹auf›gerieben werden« (auch durch Alter, Krankheit). Demnach wären »Kern, Korn« als etwas »Geriebenes, Zerbröckeltes; Reibefrucht« aufzufassen. Zu der Wurzel *g̑er- in der Bedeutungswendung »reif, alt, morsch werden« stellt sich die unter Kerl (eigtl. »alter Mann«) behandelte Wortgruppe. – Die übertragene Verwendung des Wortes im Sinne von »das Innerste, das Wesentlichste, das Beste« geht von »Kern« in der Bed. »Fruchtkörper (im Gegensatz zur Schale), Mark (von Pflanzen)« aus. Abl.: kernig »Kerne enthaltend; kraftvoll, markig« (16. Jh.). Zus.: Kernbeißer »Finkenvogel« (16. Jh.); kerngesund »durch und durch gesund« (18. Jh.); Kernobst (Anfang des 18. Jh.s; im Gegensatz zum Steinobst); Kernphysik (20. Jh.); Kernseife (19. Jh.; zunächst »beste Seife«, dann »feste Seife« im Gegensatz zur Schmierseife, heute »einfache Seife« im Gegensatz zur Feinseife); Kernwaffen (20. Jh.).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Kernig — ist der Name folgender Personen: Claus Dieter Kernig (* 1927), deutscher Politologe Wladimir Michailowitsch Kernig (1840–1917), Mediziner Siehe auch: Kernig Zeichen Diese Seite ist eine …   Deutsch Wikipedia

  • Kernig — Kêrnig, er, ste, adj. et adv. 1) Kerne, und in engerer Bedeutung, viele Kerne habend. Die Johannisbeeren sind sehr kernig. Kerniges Obst, welches Kerne hat; besser Kernobst. 2) Derbe, feste und dabey nahrhafte Theile habend; kernhaft. Kerniges… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • kernig — Adj std. (16. Jh.) Stammwort. Zunächst in der Form kernicht (u.ä.), die dann dem allgemeinen Typ angepaßt wird. Die Bedeutung ist einerseits Kerne enthaltend , dann (von einer anderen Bildungsbedeutung ausgehend) zum Kern gehörig, zu den festen… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • kernig — Adj. (Aufbaustufe) viel Kraft besitzend, robust Synonyme: fest, kräftig, kraftvoll, markig, stramm Beispiel: Er hat eine kernige Gesundheit und war schon seit dreißig Jahren nicht mehr krank …   Extremes Deutsch

  • kernig — einprägsam; treffend; lakonisch; kurz gefasst; lapidar; prägnant; urchig (schweiz.); natürlich; ungekünstelt; urwüchsig; …   Universal-Lexikon

  • kernig — 1. fest, kräftig, kraftvoll, markig, robust, stark, stramm, urwüchsig; (veraltet): kernhaft. 2. derb, eisenhart, fest, [glas]hart, stabil, stählern, stahlhart, stark; (ugs.): knochenhart; (emotional verstärkend, häufig abwertend): steinhart. * *… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Kernig — Vladimir, Russian physician, 1840–1917. See K. sign …   Medical dictionary

  • -kernig — ker|nig: 1) [↑ Kern (2)]: in der Nomenklatur der org. Chemie ein Grundwort von Zus. zur Benennung von ↑ Ringsequenzen, z. B. zwei , drei u. mehrkernig; 2) [↑ Kern (3)]: in der Nomenklatur der Koordinationsverb. svw. ↑ nuklear …   Universal-Lexikon

  • kernig — kẹr·nig Adj; 1 grob oder derb ↔ fein <ein Fluch, jemandes Sprache, jemandes Worte> 2 stark, sportlich und gesund ↔ weichlich <ein Typ; jemand hat eine kernige Natur> || NB: besonders für Männer verwendet 3 nicht adv; mit (vielen)… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • kernig — kernigadj 1.vorzüglich,gründlich,straff,draufgängerisch.DerKernalsSinnbilddesBestenundVorzüglichsten.1900ff.soldundhalbw. 2.jung(aufeineweiblichePersonbezogen).Halbw1950ff …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache